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Im Land der Seen und Störche

Unsere 3-Tages-Wanderung vom 12.6. bis 14.6.2013

In diesem Jahr führte Wanderführer Peter die seit vielen Jahren bewährte Truppe Fränky Meissner, Frank Herter, Erwin Gebhard, Walter Böhner und Peter Tennert ins Fränkische Seenland. Um 10.17 Uhr starteten wir vom Bahnhof Pleinfeld aus zur ersten Etappe nach Ramstein. Zunächst durch lichten Wald, in dem mehrere Wege miteinander laufen: Seenländer, Gelbstrich, verschiedene Wegnummern. Unterwegs kamen wir an einer Einzäunung vorbei, hinter der sich alte und junge Wildschweine die Sonne auf den Pelz brennen ließen.

In Ramstein am Brombachsee mit einem großen Bootshafen gab’s dann den ersten Bierstop. Der Wirt klagte uns sein Leid. Wegen des bis dahin miserablen Wetters hatte er 75% Umsatzausfall. Wir konnten das allerdings auch nicht ganz ausgleichen. Über den Damm liefen wir danach hinüber auf die Absberger Seeseite. Die Mittagspause legten wir an einem der zahlreichen und gut geführten Kioske ein. Der weitere Weg führte uns weg vom See und über Röthenhof und Brombach, das sinnigerweise nicht am gleichnamigen See liegt, zu unserem ersten Tagesziel Gräfensteinberg.

Bevor wir unsere sehr schönen Zimmer im Schwarzen Kreuz bezogen, genehmigten wir uns auf der Terrasse ein Bier zum Entspannen. Peter spendierte dazu eine Runde Schnaps. Wobei uns die Wirtin ankündigte, dass sie noch was hochprozentigeres auf Lager hätte, „wenn der Fritz kummt und wenn er drohdenkt“. Das Abendessen, frische Leberwürste oder Schnitzel, war vielleicht doch etwas üppig. Da traf es sich gut, dass der Fritz, seines Zeichens Kreisfeuerwehrkommandant aus Kalbensteinberg nicht nur zum Stammtisch gekommen war, sondern auch an den Schnaps gedacht hatte. Klar dass wir die beiden 50%igen Geschmacksrichtungen Kirsch und Obst probieren mussten. In Verbindung mit den Bieren bzw. Schoppen war dann die Bettschwere mehr als gesichert.

Trotzdem waren alle am nächsten Morgen bereits um halb zehn in alter Frische wieder abmarschbereit. Wieder begleitete uns der Gelbstrich. Über Geislohe gings vorbei am Eichenberger Weiher und durch Wald mit vielen Schnaken nach Büchelberg. Der Ort wurde umgangen und durch relativ offenes Gelände erreichten wir Muhr am (Altmühl)See. Während es sich die anderen Wanderfreunde gleich im Garten des Jägerluck bequem machten, trabten Peter und ich noch ins Infozentrum. Die Frage, ob wir das Vogelschutzgebiet Wiesmet durchqueren können, konnte uns die Dame in der Info allerdings auch nicht beantworten.

Wir gingen darum nicht über Heglau Richtung Ornbau sondern zum See hinunter und vorbei an der Vogelinsel entlang des Altmühlzuleiters zunächst nach Mörsach. Auf diesem Abschnitt teilen sich Wanderer und Radfahrer den gleichen Weg. Wobei es für die Wanderer, also uns, nicht so toll war. Alles ist geteert und die Radler waren eindeutig in der Überzahl.

 Wir wurden dafür mit üppigen Lupinenfeldern am Wegrand und  stimmungsvollen Wolkenspiegelungen im Wasser entschädigt. Und auf Höhe Mörsach wartete schon das Strandbad/Kiosk auf die durstigen Wanderer.

Der restliche Weg entlang des Altmühlzuleiters war dann ein „Hatscher“. Weit vor uns erblickten wir Ornbau unser heutiges Ziel, mit seinen Türmen und Stadtmauer. Über die alte Altmühlbrücke – wird schon seit Jahren restauriert – mit dem Nepomuk über dem Wasser zogen wir in Ornbau ein. 

Im Gärtchen der Goldenen Krone, unserem Quartier, gönnten wir uns erst mal einen Begrüßungsschluck. Dann fragten wir die Wirtin, was es alles zum Abendessen gibt. Die Antwort: „Bratwürscht“. Und sonst? „Ja heut hab ich bloß Bratwürscht.“ Und dann hob sie zu einem längeren Vortrag an, dass ihre Bratwürste die besten weit und breit, sogar europaweit sind und dass ihr Mann, obwohl er die Metzgerei aufgegeben hat, immer noch auf vielfachen Wunsch die Bratwürscht macht. Also gabs Bratwürste.

Später am Abend im Garten waren wir alle ein wenig matt. Das Beobachten der Störche am gegenüberliegenden Kirchturm war ja kein abendfüllendes Programm. Wir wären wohl schon ziemlich bald ins Bett gegangen. Dann kamen jedoch von der Straße herein nach und nach eine Handvoll Männer, die am Nebentisch Platz nahmen. In der Unterhaltung stellte sich heraus, dass es sich um einen Teil des Männergesangsvereins Cornelia Ornbau handelte, der von einer Chorprobe kam. Es wurde dann noch ein sehr lustiger Abend mit gegenseitigem Gesang und einigen Runden feurigem Hochmoorgeist.

Auch am nächsten und letzten Tag unserer Wanderung gings nach dem Frühstück bald los. Zunächst sind wir auf einem Teilstück des Seenländer Wegs zum Aussichtspunkt Monte Gero gelaufen. Da der weitere Weg sehr sumpfig geworden wäre, sind wir dann doch wieder auf dem Hauptweg entlang des Altmühlzuleiters gelaufen, jedoch auf der anderen Seite. Das gab uns Gelegenheit, nochmals einen Zwischenstopp in Mörsach und später am Seehafen Wald am See einzulegen. Bei Wald verließen wir den See und gingen dann auf dem Limes- und Main-Donau-Weg hinein nach Gunzenhausen. Die Zeit reichte gerade noch für ein verspätetes Mittagessen auf der Terrasse des Hotels Adlerbräu. Und dann ging auch schon unser Zubringer von Gunzenhausen nach Pleinfeld und von dort der Zug nach Nürnberg. Im Handwerkerhof saßen wir noch zum obligatorischen Absacker zusammen, bevor jeder von uns zu seinem heimischen Herd strebte.

Walter Böhner

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